Frauen-Wünsche an die Medizin

05. Juli 2006
Was Frauen in der medizinischen Betreuung wichtig ist, zeigen die Erfahrungen aus verschiedenen Frauengesundheitszentren. Im Vordergrund steht dabei mehr Zeit für Kommunikation und die Beachtung der konkreten Lebenssituation.

Frauen und Männer bedürfen sowohl bei der Vorsorge als auch bei der medizinischen Betreuung einer differenzierten Begleitung und Behandlung. Die Erfahrung aus verschiedenen Gesundheitszentren für Frauen zeigt, dass Frauen ihren Gesundheitszustand subjektiv schlechter beschreiben als Männern. Im Gegensatz zu Männern sprechen Frauen aber auch häufiger Faktoren wie ständige Überlastung, Dauerstress und generell psychosomatische Symptome an.

Die Forschung speziell zur Frauengesundheit hat sich in den letzten Jahren zwar entwickelt, dennoch bleiben viele geschlechtsspezifische Aspekte bei Studien und Gesundheitsstatistiken unberücksichtigt. Wenig Beachtung findet darüber hinaus in der Praxis, dass Frauen andere Anforderungen an die medizinische Betreuung stellen als Männer. "Frauen ist es sehr wichtig, dass der Fokus nicht nur auf den Symptomen liegt. Sie wollen vom Arzt oder im Spital als ganze Person wahrgenommen werden. Und sie haben den Wunsch nach guter Behandlung in einer angenehmen Atmosphäre ohne Zeitdruck", betont Dr. Walter Fiala, Arzt für Allgemeinmedizin in Graz.

Um den Frauen-Wünschen an die Medizin entgegenzukommen, ist es wichtig, dass sich Ärzte von Klischees in Diagnostik und Behandlung lösen und den besonderen Anforderungen der Frauengesundheit gerecht werden. Insbesondere Frauengesundheitszentren bieten hier eine Chance. "Diese Zentren spielen eine wesentliche Rolle in der Gesundheitsförderung, weil sie zu Schnittstellen zwischen Arbeit, sozialem Umfeld, Familie und persönlicher Gesundheit gezielte und individuelle Angebote initiieren oder selbst anbieten können", so die Medizinsoziologin Sylvia Groth.

Quelle: Nach Informationen der Ärzte Woche, Mai 2006

 

 

Weiterführende Links:

Frauengesundheitszentrum in Graz »

Homepage der Koordinationsstelle "Frauen und Gesundheit NRW" »