Wonach richten sich die Patienten bei der Arztwahl?

28. Mai 2010
Viele Patienten setzen bei der Suche nach einem "guten" Arzt auf Mundpropaganda. Der gute Ruf einer Praxis ist das wichtigste Kriterium bei der Arztwahl. Das belegt der Gesundheitsmonitor 2005 der Bertelsmann Stiftung.

Patienten erleben die Qualität der einzelnen Ärzte und ärztlichen Einrichtungen als sehr unterschiedlich. So fällt die Arztwahl nicht immer leicht. Nach welchen Kriterien die Patienten dabei ihre Entscheidung treffen, das hat der Gesundheitsmonitor 2005 der Bertelsmann Stiftung im Rahmen einer Umfrage unter die Lupe genommen.

An der Spitze der Entscheidungsgründe, einen bestimmten Arzt aufzusuchen, steht nach den Umfrageergebnissen die Mundpropaganda: Für 78% der Befragten ist die "Zufriedenheit anderer" das ausschlaggebende Kriterium. Aber auch der Umgang des Arztes mit seinen Patienten spielt für zwei Drittel der Befragten eine wichtige Rolle. 65% legen Wert auf Fachkenntnisse und Spezialisierungen. Die Nähe der Praxis zum Wohnort ist für knapp 60 Prozent ein Entscheidungskriterium.

Der Gesundheitsmonitor 2005 belegt außerdem den Trend, dass sich die Patienten zunehmend selber informieren. Knapp die Hälfte aller Bürger eignet sich nach eigenen Angaben Informationen insbesondere zu Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten an. Nach den Ergebnissen der Befragung sind Frauen interessierter als Männer und ältere Personen interessierter als jüngere. Dennoch wird trotz des medizinischen Wissensdurstes das Vertrauen in die Kompetenz des Arztes nicht zwangsläufig geschwächt: Jeder vierte Patient akzeptiert es, wenn der Arzt allein eine Therapieentscheidung trifft, 17 Prozent möchten lieber selbst entscheiden. Knapp 60 Prozent bevorzugen den Mittelweg: Arzt und Patient sollen gemeinsam die beste Lösung finden.

Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung informiert regelmäßig und unabhängig über den Zustand der ambulanten Versorgung in Deutschland. Dazu befragt die Bertelsmann Stiftung alle sechs Monate einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung und einmal im Jahr niedergelassene Ärzte nach ihren Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen.

Quelle: Quelle: Nach Informationen der Apotheken Rundschau und der Bertelsmann Stiftung, Januar 2006

 

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